In der Nacht zum 16. Januar erhielt die Brücke des Eisbrechers Polar Star einen Funkspruch: Die Scenic Eclipse II, ein eisverstärktes Luxus-Expeditionsschiff unter australischer Flagge, war etwa acht Seemeilen vom McMurdo Sound entfernt im Packeis festgekommen.
Obwohl das Schiff für Polarreisen ausgelegt sein soll, war es ohne fremde Hilfe nicht mehr manövrierfähig. Es kann bis zu 200 Passagiere in antarktischen Gewässern befördern.
Eisbrecher zufällig in der Nähe
Die Polar Star, seit Wochen in der Region im Einsatz, lief sofort zur Position. Die Besatzung führte zwei gezielte Annäherungsmanöver durch, bei denen der Eisbrecher das Eis um die "Scenic Eclipse II" aufbrach. Anschließend eskortierte er das Kreuzfahrtschiff über rund vier Seemeilen in offenes Wasser.
Es ist davon auszugehen, dass die Erleichterung bei Passagieren und Besatzung groß war.

Die Rettung fiel auf ein besonderes Datum: Die Polar Star wurde am 17. Januar 1976 in Dienst gestellt. Mit 13.500 Tonnen Verdrängung, einer Länge von 122 Metern und einem Tiefgang von 10 Metern ist sie bis heute der einzige aktive schwere Eisbrecher der USA.
Polarstar leistungsstärkster Eisbrecher der Welt
Nach Angaben der US-Küstenwache gilt sie weiterhin als leistungsstärkster nicht-nuklearer Eisbrecher der Welt. Ihre Fähigkeiten sind beeindruckend:
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Durchbrechen von bis zu 6,4 Metern dickem Eis durch wiederholtes Zurücksetzen und Rammen
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Dauerfahrt durch 1,8 Meter dickes Eis bei drei Knoten
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Leistung von bis zu 75.000 Wellen-PS
Die Polar Star befindet sich derzeit auf ihrer 29. Antarktis-Mission im Rahmen der jährlichen Operation Deep Freeze. Diese Mission ist die logistische Lebensader der US-amerikanischen Antarktisforschung dar. Das Schiff versorgt die Forschungsstationen mit Treibstoff und Material, hält Seewege frei und unterstützt bei medizinischen Notfällen.


























