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Entdeckt hat das Wrack Espen Saastad, ein Uhrendesigner aus Porsgrunn, der nebenbei eine kleine Firma für Unterwasservermessungen betreibt (er ist auf dem Foto dieses Beitrags zu sehen). Bei einer Ausfahrt auf den Skagerrak stieß er auf den Fund, meldete ihn sofort den Behörden und ist seitdem an der Bergung beteiligt. Das Norwegische Schifffahrtsmuseum leitet die Untersuchung.

Die Arbeit ist aufwendig. Archäologen fahren stundenlang hinaus auf die offene See, bevor sie eine ferngesteuerte Drohne an einem kilometerlangen Kabel in die Dunkelheit hinablassen. Ausgestattet mit Kamera und Roboterarm, hebt das Gerät die Fundstücke mit Saugnäpfen vorsichtig nach oben. Vergleichbare Projekte in dieser Tiefe gibt es in Nordeuropa nicht.
Wrack im Skagerrak entdeckt
Was bisher geborgen wurde, ist bemerkenswert: große Mengen chinesisches Porzellan, überwiegend blau-weiß bemalt, darunter seltene Batavia-Ware sowie möglicherweise Blanc-de-Chine-Stücke. Dazu Teile von Kronleuchtern — zu jener Zeit ein Luxusgegenstand, der nur den obersten Gesellschaftsschichten vorbehalten war — Stielgläser, Getreidefässer sowie Kisten mit mutmaßlichen Textilien, Tee, Kräutern und Medikamenten. Auf einer der Tassen soll sich das Fragment eines Monogramms befinden, dessen Entschlüsselung Hinweise auf den einstigen Eigentümer geben könnte.
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Ein unscheinbarer Fund liefert den wichtigsten Hinweise, um das Wrack datieren zu können. Ein Backstein aus der Schiffskombüse trägt den Stempel der Lübecker Ratsziegelei, die von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis 1772 in Betrieb war. Gemeinsam mit dem Stil des Porzellans verdichten sich die Hinweise auf eine Entstehungszeit um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Also rund um das Jahr 1750.
Ausstellung in Oslo geplant
Das Schiff war vermutlich ein zweimaster Galiott, etwa 22 Meter lang, mit einer typischen Besatzung von fünf bis sechs Mann. Es liegt weitgehend aufrecht auf seinem Kiel. Zwei Anker wurden gefunden, kein Geschütz, kein Ruder. Was zum Untergang führte und was aus der Besatzung wurde? Darüber rätseln die Forscher noch.
Die Getreidekörner aus den geborgenen Fässern sollen per DNA-Analyse untersucht werden. Möglicherweise stammen sie aus dem Ostseeraum, der damals als Kornkammer Nordeuropas galt. Erste Fundstücke sind bereits im Norwegischen Schifffahrtsmuseum in Oslo zu sehen, eine größere Ausstellung ist geplant. Spannend! (Mehr zur laufenden Ausgrabung lest Ihr hier: marmuseum.no)



























