27/01/26

Feuer im Maschinenraum: Autofrachter treibt vor Borkum

Der Autofrachter MS Thames Highway trieb nach einem Feuer im Maschinenraum manövrierunfähig vor Borkum. Das Havariekommando Cuxhaven meldet inzwischen, dass der Brand unter Kontrolle ist (Update).
Autofrachter Thames Highway

Update, Dienstag, 15 Uhr +++ Gute Nachrichten vom Havaristen vor Borkum: An Bord des Autotransporters MS Thames Highway wurden keine weiteren Brand- oder Rauchentwicklungen festgestellt. Das Feuer im Maschinenraum gilt als gelöscht.

Das Havariekommando hat die Gesamteinsatzleitung abgegeben. Die weitere Zuständigkeit liegt nun bei der Verkehrszentrale Emden. Feuerwehrteams aus Cuxhaven und Wilhelmshaven waren zunächst weiterhin zur Brandwache an Bord. Anschließend wurden die Einsatzkräfte per Hubschrauber zurück an Land gebracht.

Da das Schiff infolge der Maschinenschäden weiterhin manövrierunfähig ist, wird die Thames Highway von privaten Bergungsunternehmen nach Emden geschleppt.

Insgesamt waren bei dem Einsatz 63 Einsatzkräfte, vier Schiffe und zwei Hubschrauber beteiligt.

Havarierter Autofrachter im Scheinwerfer des Seenotretters

Foto von Bord des Seenotrettungskreuzers Hamburg vor Ort

Nach Angaben des Havariekommandos brach der Brand am späten Montagabend im Maschinenraum aus. Das 149 Meter lange und 25 Meter breite Schiff hatte den Hafen Emden kurz zuvor verlassen. Es befand sich auf dem Weg nach Grimsby in Großbritannien.

Die 18 Besatzungsmitglieder sowie ein Lotse an Bord reagierten unmittelbar: Sie stellten im betroffenen Bereich den sogenannten "Verschlusszustand" her und schlossen den Maschinenraum luftdicht. Dadurch kann sich das Feuer - so die Hoffnung - nicht weiter ausbreiten. Das Havariekommando übernahm um 00:10 Uhr die Gesamteinsatzleitung.

Blackout an Bord des Autofrachters

Der Brand ist inzwischen gelöscht, jedoch müssen weiterhin Glutnester bekämpft werden. Durch das Feuer kam es zu einem kompletten Blackout an Bord. Infolge der Maschinenschäden kann sich die Thames Highway nicht mehr aus eigener Kraft bewegen. Das Schiff ankerte deshalb vorsorglich außerhalb des Fahrwassers der Emsmündung. Nach aktuellem Stand tritt kein Schadstoff aus.

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Geplant ist, den Havaristen durch private Bergungsunternehmen zurück nach Emden schleppen zu lassen. Zur Unterstützung der Besatzung wurden speziell ausgebildete Kräfte zur Schiffsbrandbekämpfung eingesetzt. Ein sechsköpfiges Team der Feuerwehr Cuxhaven wurde mit einem Bundespolizeihubschrauber eingeflogen und per Seilwinde an Bord abgesetzt. Weitere Einsatzkräfte aus Emden und Wilhelmshaven sind auf dem Weg.

In unmittelbarer Nähe des Schiffes befinden sich zahlreiche Einheiten:

  • der Seenotrettungskreuzer HAMBURG der DGzRS (Station Borkum)

  • der Notschlepper NORDIC

  • das Mehrzweckschiff des Bundes MELLUM

  • der Tonnenleger NORDEN

  • der niederländische Notschlepper MULTRASHIP PROTECTOR

Die Wetterbedingungen vor Ort gelten als moderat: etwa zwei Meter Seegang bei Windstärke 4.

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Die MS Thames Highway hat nach offiziellen Angaben 1.294 Fahrzeuge geladen, darunter 477 Elektroautos. Nach derzeitiger Einschätzung sind weder die Fahrzeuge von dem Brand betroffen noch waren sie Auslöser des Feuers.

1294 Autos an Bord

Der Vorfall weckt Erinnerungen an den Sommer 2023, als auf dem Autofrachter Fremantle Highway in der Nordsee ein Großbrand ausbrach. Auch dieses Schiff transportierte tausende Fahrzeuge. Dieser Beitrag wird aktualisiert, sobald es Neuigkeiten gibt. Radio Ankerherz berichtet ebenfalls. Danke an Uli Hayd für das Foto des Autofrachters, aufgenommen in Emden.

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