25/01/26

Große Suche nach vermissten Seemann vor Cuxhaven

Vor der Nordseeküste bei Cuxhaven läuft seit dem frühen Sonntagmorgen eine große Suchaktion nach einem vermissten Besatzungsmitglied des Tankers Songa Pearl. Der 29-jährige Seemann war mehrere Stunden lang nicht mehr an Bord gesehen worden. Die Bedingungen in der winterlichen Elbmündung sind lebensfeindlich: Das Wasser ist etwa ein Grad Celsius kalt.
Seenotretter in schwerer See. Foto: Seenotretter

Aktualisierung 27. Januar: Der Fall des vermissten Seemanns nimmt eine überraschende Wendung:  "Der Vermisste wurde an Bord aufgefunden und in die Obhut des Rettungsdienstes an Land übergeben", melden die Seenotretter. Ein Großaufgebot hatte am Sonntag stundenlang nach dem Mann gesucht.

Damit steht fest: Der Seemann ist nicht ertrunken, sondern wohlauf. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Ob eine Notlage vorlag oder was dahinter steckt, dass der Seemann über Stunden vermisst wurde? Hatte er sich an Bord versteckt? Und wenn ja: warum?

Wie wir sicherer Quelle erfahren haben, sollen Nachrichten eines Lotsen (!) in den Sozialen Medien einen ersten Hinweis gegeben haben, dass der Seemann doch nicht verunglückte. Auch dies haben wir in vielen Jahren Beschäftigung mit der See noch nicht erlebt. Lotsen sind allgemein sehr verschwiegen - und Mitarbeiter einer Behörde.

Stellen wir aber die gute Nachricht in den Vordergrund: Der Seemann lebt.

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Gegen 6 Uhr wurde der Einsatz ausgelöst. Die Songa Pearl, ein 144 Meter langer Tanker unter maltesischer Flagge, befand sich auf dem Weg von Antwerpen nach Danzig, als das Fehlen des Besatzungsmitglieds auffiel. Zum Zeitpunkt der Alarmierung lag das Schiff auf der Unterelbe vor Cuxhaven. Die von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) betriebene Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, leitete sofort eine groß angelegte Suche ein.

Viele Einheiten im Einsatz

Sechs Rettungseinheiten der DGzRS sind beteiligt, dazu mehrere Behörden- und Spezialschiffe sowie ein Such- und Rettungshubschrauber vom Typ Sea Lion der Marineflieger. Unterstützt werden die Seenotretter unter anderem vom Polizeiboot Bürgermeister Brauer (Wasserschutzpolizei Hamburg), dem Polizeiboot Schwansen (Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein), dem Lotsenversetzboot Pilot Dithmarschen sowie dem Schlepper Soenke

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Da unklar war, wann genau der Seemann über Bord gegangen sein könnte, wurde das Suchgebiet zunächst weit gefasst – zwischen Weser- und Elbmündung. Während sich Einheiten wie der Seenotrettungskreuzer ANNELIESE KRAMER (Station Cuxhaven) und das Seenotrettungsboot GILLIS GULLBRANSSON (Station Brunsbüttel) auf die Unterelbe konzentrierten, suchten weitere Kreuzer auch Bereiche der Außenweser und Außenelbe ab.

Fund eines Rettungskragens

Gegen 7 Uhr entdeckte die ANNELIESE KRAMER auf der Unterelbe einen Rettungskragen mit Blinklicht. Er konnte eindeutig der Songa Pearl zugeordnet werden. Daraufhin konzentrierten sich alle Einheiten auf ein Seegebiet vor der Küste zwischen Cuxhaven-Groden und Otterndorf. Einsatzleiter vor Ort ist der Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE.

Aufgrund von Tidenstrom und Drift hat sich das Suchgebiet inzwischen weiter nach Nordwesten verlagert. Bei östlichen Winden um drei Beaufort und eiskaltem Wasser sind die Überlebenschancen im Wasser leider gering.

Update, Sonntagnachmittag: Wie die Seenotretter mitteilen, wurde die Suche eingestellt. Ein Sprecher erklärte, es sei "alles in menschlicher Macht Stehende" unternommen worden. Das zwischenzeitlich weiter eingegrenzte Suchgebiet in der Elbmündung sei wiederholt abgesucht worden, jedoch ohne jegliche Spur des Vermissten. Selbst im Fall eines getragenen Überlebensanzugs wäre die unter den aktuellen Wassertemperaturen von etwa einem Grad realistische Überlebensdauer inzwischen deutlich überschritten.

 

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