Sagen wir es so: In früheren Zeiten hätten diese Fischer viel Glück benötigt, um das Unglück zu überleben. So aber beweist die dramatische Havarie vor der kleinen Hafenstadt Dingle an der Südwestküste Irlands, zu was gut ausgebildete Rettungsteams heute fähig sind.
Eine Meisterleistung.
Am Sonntagmorgen herrschte Nordatlantikwetter: starker Wind, hoher Seegang, schlechte Sicht mit Nebelfeldern. Ein Wetter, das kaum Raum für Fehler lässt. In diesen Stunden geriet der Fischtrawler „Fastnet“ kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen in Seenot.
Seenot vor den Klippen
Maschinenausfall! Das 28 Meter lange Schiff trieb unaufhaltsam auf die Klippen nahe des Leuchtturms von Dingle zu, nur wenige hundert Meter außerhalb des eigentlich geschützten Hafenbereichs. Die Zeit reichte nicht mehr, um eine Grundberührung zu verhindern.
Dramatische Rettung vor dem Hafen von Dingle. Fotos: Florian Walsh
Gegen 11.30 Uhr setzte der Kapitän ein "Mayday" ab. Die irische Küstenwache reagierte umgehend und koordinierte einen großangelegten Einsatz. Neben einem Suchflugzeug wurden der Rettungshubschrauber Rescue 115, das Küstenwachenboot aus Dingle, ein RNLI-Rettungsboot aus Knightstown sowie das irische Marinepatrouillenschiff „George Bernard Shaw“ alarmiert.
Ein erster Versuch, eine Schleppverbindung herzustellen, scheiterte. Hoher Seegang, aufgewühlte Wasseroberfläche und flaches Wasser nahe der Felsen machten ein sicheres Manöver unmöglich. Eine Bergung des Schiffes war unter diesen Bedingungen schlicht nicht machbar. Die einzige Option blieb die Evakuierung der Besatzung aus der Luft.
Pilot mit Heldentat
Trotz schwieriger Wetterverhältnisse und zeitweise eingeschränkter Sicht gelang dem Hubschrauber der Küstenwache ein präziser Einsatz. Alle 14 Crewmitglieder wurden einzeln von Bord der „Fastnet“ aufgenommen und unverletzt an Land gebracht. Ein riskanter Einsatz, der dank Erfahrung und Koordination der Einsatzkräfte ohne Verletzte endete.
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Das Schiff selbst blieb auf den Felsen zurück. Irischen Medien zufolge wurden Dieselspuren auf der Wasseroberfläche festgestellt, was auf einen möglichen Rumpfschaden hindeutet. Die Sorge gilt nun der Umwelt: Sollte der Trawler weiter von Sturm und Seegang getroffen werden oder gar auseinanderbrechen, könnte es zu einer größeren Verschmutzung der Küste kommen.
Augenzeuge berichtet
"Die Luft roch stark nach Diesel", berichtet uns Florian Walsh, ein in Dingle lebender Fotograf. Die Bedingungen vor Ort waren so heftig, dass selbst auf den glitschigen Klippen Gefahr drohte.
Die „Fastnet“ ist ein 28 Meter langer Grundschleppnetz-Trawler, gebaut im Jahr 2000. Sie fährt unter französischer Flagge, befindet sich in spanischem Besitz und ist laut Branchenangaben im galicischen A Coruña beheimatet.
Der Vorfall vor Dingle zeigt einmal mehr, wie schnell sich an exponierten Küstenlagen eine alltägliche Ausfahrt in einen Seenotfall verwandeln kann – und wie entscheidend ein funktionierendes Rettungssystem ist. Die Besatzung des Coast Guard Helikopters hat 14 Menschen das Leben gerettet. Wir verneigen uns vor dieser Leistung!



























