21/03/26

Kapitän nach Beschuss im Persischen Golf vermisst

Nach dem Beschuss seines Frachters wird ein Kapitän im Persischen Golf vermisst. Die Versorgungslage auf zahlreichen Schiffen spitzt sich derweil zu – Tausende Seeleute sitzen fest, viele ohne ausreichend Wasser, Nahrung und Treibstoff, während um sie herum der Konflikt eskaliert.
Brennender Öltanker

Ein namentlich bislang nicht genanntes Schiff wurde rund 11 Seemeilen vor Khor Fakkan (VAE) von einem Projektil getroffen. Nach Angaben von UK Maritime Trade Operations (UKMTO) brach an Bord ein Feuer aus. 15 der 16 Besatzungsmitglieder verließen das Schiff und konnten von einem vorbeifahrenden Schiff aufgenommen werden. Der Kapitän jedoch gilt als vermisst.

20.000 Seeleute sitzen fest

Nur wenige Stunden zuvor hatte es bereits einen weiteren Vorfall gegeben: Ein katarischer Schlepper, die Halul 69, wurde nahe Ras Laffan von Trümmern einer Drohne getroffen. Das Gebiet war in der Nacht Ziel massiver iranischer Angriffe gewesen. Der Schlepper wurde beschädigt – eine Scheibe der Brücke ging zu Bruch – doch die Crew blieb unverletzt.

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Nach Angaben der International Maritime Organization (IMO) sitzen derzeit rund 20.000 Seeleute auf mehr als 3.000 Schiffen im Persischen Golf fest. Viele Einheiten können Häfen nicht anlaufen, weil Sicherheitsrisiken und militärische Beschränkungen dies verhindern. Zu den eingeschlossenen Schiffe gehören auch knapp 40 Schiffe deutscher Eigentümer mit knapp 1000 Seeleuten, u.a. der Hamburger Traditionsreederei Hapag Lloyd. Ein Schiff brannte bereits nach einem Angriff. (MEHR DAZU).

Humanitäte Krise droht

Laut der International Chamber of Shipping (ICS) gehen auf zahlreichen Schiffen die Vorräte zur Neige. Es fehlt an Lebensmitteln, Trinkwasser – und zunehmend auch an Treibstoff. „Unsere größte Sorge ist aktuell die Versorgungslage an Bord“, sagte ICS-Marinedirektor John Stawpert. Ohne Nachschub droht eine humanitäre Krise auf See.

Bei einem Krisentreffen hat die IMO einen Vorschlag für einen humanitären Korridor unterstützt. Ziel ist es, den eingeschlossenen Schiffen eine sichere Passage durch die Straße von Hormus zu ermöglichen.  IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez machte deutlich, wie dringlich die Lage ist: Man sei bereit, sofort Verhandlungen aufzunehmen, um eine sichere Evakuierung von Schiffen und Besatzungen zu ermöglichen. Doch dafür brauche es die Kooperation aller beteiligten Staaten.

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