18/05/26

Küstenschutz Föhr: ein neuer Strand für die "Friesische Karibik"

Küstenschutz auf Föhr ist teuer, aufwendig – und alternativlos. Bis Ende des Sommers spült ein Spezialschiff 445.000 Kubikmeter Sand auf drei Kilometer Südküste zwischen Nieblum und dem Goting Kliff. Was dahintersteckt: eine logistische Meisterleistung, ein zweistelliger Millionenbetrag und ein Wettlauf gegen die Zeit... Text: Ankerherz Redaktion
Goting Kliff auf Insel Föhr

„Sand und Wasser: Spül frei!" – mit diesem seltsam klingenden Funkspruch begann ein großes Projekt. Es war der Startschuss für die größte Küstenschutzmaßnahme, die Föhr in diesem Jahrzehnt erlebt. Und diese Schutzmaßnahme ist wichtig.

Denn die Stürme der Nordsee nagen an Föhr. Jahr für Jahr verliert die Südküste der Insel rund 62.000 Kubikmeter Sand. Am Goting Kliff ist die letzte Sandaufspülung von 2012 vollständig aufgebraucht. Bedeutet: Wer Küstenschutz auf Föhr ernstnimmt, muss jetzt handeln.

Ein neuer Strand für Föhr

Zwei Kilometer vor der Südküste liegt die „ASK R", ein moderner Laderaumsaugbagger, beladen mit 2.700 Kubikmetern Sand. Durch eine auf dem Meeresboden verlegte Druckrohrleitung – eine sogenannte Dükerleitung – pumpt das Schiff sein Material an Land. Erst schießt weißes Wasser aus dem Rohr, dann wird die Fontäne durch den Sand grau.

Bis Ende August sollen so 445.000 Kubikmeter auf drei Kilometern Strand zwischen Nieblum und dem Goting Kliff aufgespült werden. Das Material stammt aus dem Entnahmefeld „Westerland III", zehn Kilometer westlich vor Sylt, aus 30 Metern Tiefe. Dass es überhaupt nach Föhr kommt, ist eine logistische Herausforderung: Das Wattenmeer ist zu flach für die großen Bagger, also bleibt das Schiff auf Abstand und drückt den Sand durch die Unterwasserleitung an die Küste.

12,5 Millionen Euro für Küstenschutz auf Föhr

Effektiver Küstenschutz für Föhr hat seinen Preis. Rund 12,5 Millionen Euro, finanziert vom Land Schleswig-Holstein. Doch es gibt keine Alternative, sagen die Fachleute. Wer jetzt nicht handelt, zahlt später mehr – mit Geld und mit Land. Ohne ein künstliches Sanddepot wäre der sogenannte Inselsockel gefährdet. 

Und damit Föhr selbst.

Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, soll die Südküste für die nächsten 15 bis 20 Jahre sicher sein. Angenehmer Nebeneffekt: ein breiter, feiner Sandstrand entsteht, genau richtig für die „Friesische Karibik" des Nordens.

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