28/03/26

Odyssee des Wals in der Ostsee geht weiter

Nach der dramatischen Befreiung des Buckelwals vor Timmendorfer Strand läuft nun eine groß angelegte Suche entlang der Ostseeküste. Die Einsatzkräfte sagen: Es ist reine Glückssache, den Wal zu finden.
Wasserschutzpolizei. Foto: Adobe Stock

Update, Sa. 14 Uhr ++ Es gibt mehrere Berichte, dass der Wal nahe Wismar wieder auf eine Sandbank gestrandet sein soll. Nahe einer unbewohnten Insel, die - man glaubt es kaum - Walfisch heißt. Eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums sagte gegenüber der dpa, dass man die Sichtungen prüfe. Experten sollen auf dem Weg sein. Auch ein Polizeiboot ist anscheinend auf dem Weg zur gemeldeten Stelle.

Wenn die Meldung zutrifft, wäre es keine gute Nachricht für das geschwächte Tier. Es ist in der falschen Richtung unterwegs. Wenn der Buckelwal überleben will, muss er raus aus der Ostsee - er schwimmt aber weiter Richtung Osten, statt nach Nordwesten... ++ 

Seit dem frühen Morgen fährt ein Boot der Wasserschutzpolizei die Küste ab, um den Meeressäuger wiederzufinden. Das Polizeiboot „Uecker“ kontrolliert dabei ein großes Seegebiet – von der schleswig-holsteinischen Landesgrenze bis nach Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern. Gesucht wird zunächst bis 18 Uhr, anschließend entscheidet sich, ob eine Nachtschicht übernimmt.

Skipper werden um Mithilfe gebeten

Ein Sprecher der Wasserschutzpolizei beschreibt die Lage nüchtern: Das Gebiet sei „ziemlich riesig“, die Suche gleiche deshalb einem Zufallsfund. Unterstützt wird sie indirekt durch das Streifenboot „Walfisch“. Die Behörden hoffen auf Hinweise aus der Sportschifffahrt: Skipper von Booteb, die unterwegs sind, werden gebeten, Sichtungen sofort zu melden.

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Eine Sichtung wird aus dem Bereich Wismar gemeldet, ist aber noch nicht offiziell bestätigt. Würde sie sich bewahrheiten, wäre dies keine gute Nachricht: Der Wal wäre dann auf dem Weg in Richtung Osten. Um die Ostsee zu verlassen und sein Leben zu sichern, müsste er in Richtung Dänemark schwimmen.

Am Freitagvormittag war der Buckelwal noch von mehreren Booten aus der Lübecker Bucht eskortiert worden. Ziel war es, zu verhindern, dass das Tier erneut auf einer Sandbank strandet.

Eskorte durch die Lübecker Bucht

Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann sprach nach der nächtlichen Befreiung zunächst von einer gelungenen Rettung, warnte jedoch zugleich vor verfrühtem Optimismus. Für den Wal beginne nun „die heiße Phase“ – entscheidend sei, ob er seinen Weg aus den flachen Küstengewässern finde, ohne erneut festzusitzen.

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Tatsächlich blieb die Situation kritisch. Am Freitagnachmittag zeigte ein Instagram-Video Lehmann auf einem Begleitboot: Mit Klopfen gegen die Bordwand und Rufen versuchte das Team, den Wal davon abzuhalten, wieder in flaches Wasser zu schwimmen. Laut Lehmann befand sich das Tier zeitweise nur noch in etwa zwei Metern Tiefe – „eine ganz knappe Nummer“.

Der Wal bewegte sich dabei unruhig, „im Zickzack“, wie Lehmann schilderte. Die Strategie der Helfer: nicht treiben oder drängen, sondern eine Barriere bilden. Boote fuhren vor dem Tier, um ihm den Weg zurück Richtung Küste abzuschneiden und ihn langsam in tiefere Gewässer zu lenken.

Ziel: Richtung Fehmarn – und weiter nach Dänemark

Der Plan der Einsatzkräfte war, den erschöpften Wal entlang der Küste bei Neustadt vorbei in Richtung Fehmarn zu geleiten und von dort weiter Richtung dänische Gewässer. Entsprechende Kontakte zu Behörden und Einsatzkräften in Dänemark wurden bereits hergestellt.

Dabei geriet die Eskorte zeitweise in die Nähe stark befahrener Schifffahrtsrouten. Auf Aufnahmen war zu sehen, wie die Begleitboote in unmittelbarer Nähe zu einer Fähre des Linien-Dienstes Finnlines operierten.

Auch Umweltorganisationen unterstützten den Einsatz. Sea Shepherd und Greenpeace waren mit Schlauchbooten vor Ort. Ziel: Den Wal vom Flachwasser fernzuhalten. Nach Angaben von Greenpeace wurde zudem verhindert, dass das Tier in Stellnetze gerät. Seine Odyssee geht weiter - Ausgang ungewiss... (Was vorher geschah, lest Ihr HIER).

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