Statistisch entdeckten die Besatzungen damit etwa alle elf bis zwölf Flugstunden eine Verunreinigung – ein Wert, der sich auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr bewegt. Und ein Wert, der uns von Ankerherz unglaublich hoch erscheint. Anscheinend hat sich bei vielen Reedereien noch immer nicht der Gedanke durchgesetzt, die Meere schützen zu müssen.
In 48 Fällen konnten die Crews den Verursacher der Verschmutzung eindeutig zuordnen. Das entspricht einer Quote von rund 37 Prozent und damit einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als nur etwa 25 Prozent der Fälle zugeordnet werden konnten.
Wichtiger Job der Ölflieger
Die Marineflieger, die die Maschinen betreiben, übermitteln Sichtungen sowie Bild- und Sensordaten an das Havariekommando. Von dort werden die Beweise an die jeweils zuständigen Ermittlungsbehörden weitergegeben, die über mögliche strafrechtliche Schritte entscheiden.
Schwerpunkt Nordsee
Der Großteil der registrierten Verschmutzungen wurde in der Nordsee festgestellt:
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109 Fälle in der Nordsee
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21 Fälle in der Ostsee
Bei 36 Vorfällen handelte es sich nach Angaben des Havariekommandos um Mineralöl. In 94 Fällen konnten die Substanzen nicht eindeutig identifiziert werden. Häufig sind dies Flüssigkeiten wie Bohrwasser oder Rückstände aus Tankwaschungen.
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51 Verschmutzungen lagen in deutschen Gewässern – davon 39 in der Nordsee und 12 in der Ostsee. Weitere Funde verteilten sich auf Seegebiete der Niederlande, Dänemarks und Schwedens. Dort sind die sogenannten Ölflieger im Rahmen internationaler Abkommen ebenfalls im Einsatz. Die entsprechenden Daten werden durch das Havariekommando an die zuständigen Behörden der jeweiligen Staaten weitergeleitet.
Zusammenarbeit seit fast vier Jahrzehnten
Die luftgestützte Überwachung von Meeresverschmutzungen ist eine Kooperation zwischen dem Havariekommando und dem Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ der Deutschen Marine – ein System, das bereits seit 1986 besteht. Stationiert sind die Maschinen am Marinefliegerstützpunkt Nordholz bei Cuxhaven.
An Bord der Dornier 228 arbeiten zwei Piloten und ein Operator. Ausgerüstet mit Radar, hochauflösenden Kameras sowie Infrarot- und Ultraviolettsensoren können die Flugzeuge selbst kleinste Ölfilme oder andere Verunreinigungen auf der Wasseroberfläche erkennen. Neben der Routineüberwachung liefern die Maschinen auch bei Havarien wichtige Lagebilder für das Havariekommando.
Die Einsätze zeigen: Verschmutzungen bleiben - leider! - ein Thema auf Nord- und Ostsee – und ohne die Arbeit der Ölflieger würden viele Umweltverstöße unentdeckt bleiben...


























