15/05/26

Paraffinklumpen verunreinigen Strände mehrerer ostfriesischer Inseln

Seit Anfang der Woche werden an den Stränden mehrerer Ostfriesischer Inseln Klumpen aus Paraffin angespült. Am stärksten betroffen ist Borkum, wo sich die weißlichen Brocken über einen rund zwanzig Kilometer langen Küstenabschnitt verteilen und bis zu zwanzig Zentimeter groß sind. Wo kommt das Zeug her? Die Behörden suchen den Verursacher. (Foto: Havariekommndo Cuxhaven).
Reinigungsarbeiten auf Borkum. Foto: Havariekommando

Inzwischen ist nach Meldungen auch die Nachbarinsel Juist betroffen, ebenso wie Norderney und auch die kleine Insel Baltrum. Dort soll es sich allerdings nur um geringe Mengen handeln. Andere Inseln scheinen bislang verschont zu bleiben.

820 Liter angeschwemmtes Paraffin

Die Mengen, die an den Stränden zusammenkamen, sind beachtlich. Am Mittwoch sammelten die Reinigungstrupps rund 700 Liter des Stoffs ein, am Donnerstag kamen weitere 120 Liter dazu. Seitdem nimmt die Menge des angeschwemmten Materials laut dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) glücklicherweise ab.

Auf allen betroffenen Inseln laufen die Säuberungsarbeiten. Eine unmittelbare Gefahr für Strandbesucher bestehe derzeit nicht – dennoch mahnen die Behörden zur Vorsicht.

„In den meisten Fällen handelt es sich nicht um reines Paraffin, sondern um Industrieparaffine, die bedenklichere Begleitstoffe enthalten können."

NLWKN – NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Wer also auf einem der betroffenen Strände unterwegs ist und auf unbekannte Klumpen stößt: bitte nicht anfassen und den zuständigen Stellen melden! Die Wasserschutzpolizei Emden hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Konkrete Hinweise auf den oder die Verursacher gibt es bislang jedoch nicht.

Das Schönste von den Inseln - HIER lesen! 

Paraffine entstehen als Nebenprodukt der Erdölverarbeitung und stecken in vielen Alltagsprodukten – in Kerzen ebenso wie in Kosmetika, Arzneimitteln oder Verpackungsbeschichtungen. Als Massengut wird Paraffin auf See transportiert, und genau dort liegt das Problem: Wenn Tankschiffe ihre Laderäume auf hoher See ausspülen, können Rückstände ins Wasser gelangen.

Bei Kontakt mit dem Meer verfestigt sich das Wachs rasch, schwimmt an der Oberfläche und wird von Wind und Strömung weit verbreitet – bis es schließlich an unseren Stränden landet.

Wie Paraffin ins Meer gelangt

Der NLWKN unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen einer illegalen Entsorgung auf See und Rückständen aus sogenannten Tankwaschungen. Letztere sind zwar unerwünscht, unter bestimmten Bedingungen aber noch immer nicht vollständig verboten. Seit dem 1. Januar 2021 sind Schiffe zwar verpflichtet, ihre Tanks in der Nordsee nach der Entladung im Hafen zu reinigen und die Waschreste an Land zu entsorgen. Eine anschließende Nachreinigung auf offener See bleibt jedoch unter gewissen Umständen weiterhin erlaubt. Eine Regelungslücke, die Funde wie diese immer wieder möglich macht.

Und die nach unserer Auffassung dringend geschlossen werden muss... (sk)

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