31/03/26

Rügen: Wanderer versinken an Steilküste im Kreideschlamm

Gefährliches Ende eines Wanderausflugs: Unterhalb der Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund auf Rügen sinken zwei Menschen im tückischen Kreideschlamm ein. Seenotretter und Feuerwehr müssen sie retten (Fotos: Seenotretter)

 

Einsatz der Seenotretter an den Kreidefelsen von Rügen

Der Notruf erreicht die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger kurz vor 18.30 Uhr, als schon die Dämmerung einsetzt. Gemeldet werden zwei verletzte Personen am Strand unterhalb der Steilküste. Von Sassnitz aus läuft sofort das Tochterboot NOTARIUS des Seenotrettungskreuzers HARRO KOEBKE aus – unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz.

Das Problem: Die Küste ist hier extrem schwer zugänglich! Unter Motor kommt kein Boot nah genug an den Strand. Deshalb haben die Retter ein Schlauchboot an Bord. Parallel machen sich Feuerwehrkräfte auch über Land auf den Weg.

Wanderer sind unterkühlt

Am Fahrnitzer Ufer wird es ernst: Ein Seenotretter und ein Feuerwehrmann paddeln im Schlauchboot an die Küste heran. Dort finden sie die beiden Wanderer – einen 38-jährigen Mann aus Hamburg und eine 34-jährige Frau aus Berlin. Sie haben sich zwar aus dem Kreideschlamm befreien können, sind jedoch verletzt und deutlich unterkühlt.

Noch am Strand helfen die Retter. Danach werden die Verletzten per Schlauchboot zur NOTARIUS gebracht. Der Seenotretter nimmt Kurs auf Sassnitz – mit Höchstgeschwindigkeit über 5,4 Seemeilen, rund zehn Kilometer. Im Hafen warten bereits zwei Rettungswagen.

Nationalparkverwaltung warnt

Die Verwaltung des Nationalparks warnt eindringlich: Spaziergänger sollten ausschließlich den markierten Hochuferweg nutzen! Unterhalb der Steilküste besteht akute Gefahr – für Besucher und auch für die Einsatzkräfte, die im Ernstfall helfen müssen.

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Nach einem langen Frostwinter und außergewöhnlich hohen Niederschlägen ist es zuletzt zu massiven Abbrüchen gekommen. Allein Ende Februar stürzten rund 9.000 Kubikmeter Kreide in die Tiefe – der größte Abbruch seit 15 Jahren. Instabile Hänge, abrutschende Kanten und vor allem tiefer, klebriger Kreideschlamm am Fuß der Kliffs sind reale Gefahren...

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