Drogenfunde an den Küsten der Niederlande - aber auch bei uns in Deutschland - sorgen seit Monaten für Probleme. Immer wieder werden an Stränden der Nordsee Pakete mit Kokain entdeckt, oft zufällig von Spaziergängern. Hinter diesen Funden steckt ein gezielt organisiertes System der Drogenkartelle.
Schmuggler auf frischer Tat ertappt
Jetzt ist den niederländischen Behörden ein Schlag gegen eine Bande gelungen. Am Sonntag nahmen die Ermittler vor der Küste der Provinz Zeeland fünf Männer auf frischer Tat fest. Sie warfen Drogenpakete von Bord eines Containerschiffes in die Nordsee. Die Verdächtigen im Alter zwischen 34 und 61 Jahren stammen aus verschiedenen Städten der Niederlande. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich um eine größere Lieferung von mehreren hundert Kilogramm Kokain.
Die Ermittler sprechen von der sogenannten „Drop-off“-Methode. Dabei werden Drogenpakete gezielt im Meer ausgesetzt, schwimmfähig verpackt und häufig mit Ortungstechnik versehen. Anschließend werden sie von kleineren, schnellen Booten aufgenommen und an Land gebracht. Auch in diesem Fall konnten die Behörden ein entsprechendes Motorboot sicherstellen.
Zugriff vor Zeeland
Die "Drop-off" Methode ist international verbreitet. Vor Spanien fanden Ermittler im vergangenen Jahr Hinweise darauf, dass Kartelle gezielt Containerschiffe entern, um Drogenladungen an Bord zu manipulieren oder zu entnehmen. Auch die sogenannte „Monkey-Methode“, bei der Schwimmer Drogen an Schiffsrümpfen befestigen oder später wieder abholen, wird immer wieder dokumentiert.
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Die stark frequentierten Schifffahrtsrouten und die Nähe zu großen europäischen Häfen macht die Nordsee attraktiv für kriminelle Organisationen. Dass immer häufiger Pakete an den Küsten angespült werden, ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass nicht jede Übergabe auf See reibungslos funktioniert. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Zugriff vor Zeeland, dass die Behörden ihre Kontrollen verstärken.
Warnung an Strandspaziergänger
Die Staatsanwaltschaft in Amsterdam hält derzeit weitere Details zurück, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Für die Küstenbewohner und Urlauber bleibt die Lage dennoch klar: Was wie harmloses Treibgut aussieht, kann Teil eines internationalen Drogennetzwerks sein. Entsprechend warnen die Behörden weiterhin davor, solche Funde zu berühren und stattdessen sofort zu melden.


























