14/05/26

Seenot vor Land´s End: Rettung vor Longships Lighthouse

Longships Lighthouse, eines der berüchtigtsten Kaps Großbritanniens: Eine Yacht treibt bei schwere See führerlos in eines der verkehrsreichsten Trennungsgebiete der britischen Küste. Der Skipper ist seekrank, der Motor ausgefallen, das Funkgerät tot. Was folgt, sind Stunden, in denen die Seenotretter der Penlee RNLI, ein Coastguard-Hubschrauber und eine Passagierfähre gemeinsam nach einer Lösung suchen müssen...
Longships Lighthouse

Kaum zwei Kilometer vor der Landspitze von Land's End, dem westlichsten Punkt des englischen Festlands, steht der Longships Lighthouse auf dem Felsen Carn Bras. Die See hier ist berüchtigt. Über 130 dokumentierte Schiffswracks liegen rund um das Kap.

Und das sind nur jene, die man kennt.

Der erste Leuchtturm auf den Longships-Felsen wurde 1795 errichtet. Doch bei schwerem Seegang war die Laterne so oft von Gischt verdeckt, dass das Licht kaum als verlässliches Navigationsmittel gelten konnte. 1875 ersetzte der heutige, 35 Meter hohe Granitturm das ältere Bauwerk. Seit 1988 vollautomatisch, seit 2005 auf Solarenergie, blinkt er alle zehn Sekunden zweimal – sichtbar bis auf 28 Kilometer. Ein stilles, beharrliches Signal, wenn ein Sturm tobt.

Notruf in der Nacht

Es sind die frühen Morgenstunden, als beim HM Coastguard ein Notruf eingeht. Ein Einhandsegler meldet sich: Er hat die Kontrolle über sein Großsegel verloren, die Schraube ist durch lose Leinen gefouled – der Motor ausgefallen. Dazu kommt Seekrankheit, der Mann ist desorientiert und kaum in der Lage, das Boot zu kontrollieren. Sein Schiff treibt genau in Richtung des Land's End Traffic Separation Schemes, einem der verkehrsreichsten Schifffahrtswege vor der Westspitze Englands.

Ein führerlos treibendes Boot in einem Trennungsgebiet bedeutet Lebensgefahr für den Skipper. Und eine Gefahr für kleine Frachter und Trawler, der in der Dunkelheit am Land's End unterwegs sind.

Penlee RNLI im Einsatz: City of London III läuft aus

Das Penlee RNLI-Seenotrettungsboot City of London III, ein Tamar-class Allwetter-Rettungsboot, läuft unter dem Kommando von Steuermann Nick Hichens mit sechs Freiwilligen aus. Was die Mannschaft vor Ort vorfindet, ist eine Situation voller Komplikationen.

Die Yacht treibt weiter auf das Trennungsgebiet zu. An Bord kein funktionierendes UKW-Funkgerät – alle Kommunikation muss über Mobiltelefon und den Coastguard als Relaisstation laufen, umständlich und träge. Der Segler ist zu seekrank, um an Deck zu kommen und eine Schleppverbindung herzustellen. Ein Anlegen wäre für die Besatzung selbst lebensgefährlich. Hichens trifft die Entscheidung: Schleppen zum nächsten sicheren Hafen – aber dafür muss erst jemand auf die Yacht.

Hubschrauber, Fähre, Seenotretter

Der HM Coastguard Rettungshubschrauber kommt an – kann aber wegen des festgeklemmten Großsegels und der schlechten Bedingungen niemanden abseilen. Der Hubschrauber muss zusehen. Dann eine kreative Lösung: Der Coastguard bittet die Passagierfähre "Norbay", die gerade das Trennungsgebiet passiert, als Windschutz zu dienen – damit das Rettungsboot in ruhigeres Wasser kommt.

Während die "Norbay" sich in Position bringt, versucht die Besatzung der City of London III weiter, eigenständig an die Yacht heranzugehen. Nach fast zweieinhalb Stunden auf See gelingt es: RNLI-Freiwilliger George Williams setzt auf die Yacht über, versorgt den Segler und stellt die Schleppverbindung her. Fähre und Hubschrauber werden aus dem Einsatz entlassen.

Ein langer Weg zurück in den Hafen

Mit George Williams an Bord der Yacht und der City of London III als Begleitung beginnt der Schlepp nach Newlyn – dem nächsten sicheren Hafen. Stetig machen beide Fahrzeuge Fortschritt. Gegen 06:20 Uhr morgens machen sie fest. Der Skipper ist wohlauf, die Yacht liegt sicher. Die Mannschaft tritt den Rückweg zur Station an-

Ohne Schlagzeile, ohne Applaus.

Wir erzählen Dir im Ankerherz Blog vom Meer die Geschichten der Helden der See. Du magst sie? Dann freuen wir uns, wenn Du uns einen Kaffee spendierst! Geht ganz einfach hier über PAYPAL. Dankeschön!

DU MAGST DEN ANKERHERZ BLOG VOM MEER MIT 2500 KOSTENLOSEN GESCHICHTEN? DANN SPENDIER UNS DOCH EINEN KAFFEE! DANKESCHÖN!

+++ dein shop gegen meerweh
+++ dein shop gegen meerweh
+++ dein shop gegen meerweh
+++ NEU IM SHOP EINGETROFFEN
+++ NEU IM SHOP EINGETROFFEN
+++ NEU IM SHOP EINGETROFFEN
+++ WIR BRINGEN DICH GEDANKLICH ANS MEER
+++ WIR BRINGEN DICH GEDANKLICH ANS MEER
+++ WIR BRINGEN DICH GEDANKLICH ANS MEER

MEHR ENTDECKEN

Schiffswrack vor Norwegen entdeckt
02/06/26

"Sensationell": Schiffswrack vor der Küste von Norwegen entdeckt

Das Norwegische Schifffahrtsmuseum meldet einen sensationellen Fund: In 600 Metern Tiefe vor der norwegischen Küste liegt ein Handelsschiff aus dem 18. Jahrhundert — vollständig beladen, nahezu u...
Westerland auf Sylt
02/06/26

Sylt: Betonvordach stürzt auf Bürgersteig von Westerland

Am Montagabend ist im Zentrum von Westerland auf Sylt das Betonvordach eines Wohn- und Geschäftsgebäudes abgebrochen und auf den Bürgersteig gestürzt. Auf einer Länge von rund 30 Metern – laut An...
Stefans Geschichten: Kalsarikännit im glücklichsten Land der Welt
31/05/26

Stefans Geschichten: Kalsarikännit im glücklichsten Land der Welt

Kein Volk der Erde ist so glücklich wie die Finnen. Zum neunten Mal in Folge steht Finnland auf Platz 1 im Weltglücksbericht des Wellbeing Research Centre an der University of Oxford. Doch warum ei...