Die militärische Eskalation im Nahen Osten trifft nun auch die zivile Schifffahrt – und damit Tausende Kreuzfahrtgäste. Nach Luftangriffen zwischen Israel, Iran und US-Stützpunkten am Persischen Golf liegen mehrere große Kreuzfahrtschiffe in unmittelbarer Nähe möglicher Angriffspunkte des Iran.
Erste Reisen wurden bereits abgesagt, An- und Abreisen sind massiv gestört, weil Golftstaaten den Luftraum schließen mussten. Besonders betroffen sind derzeit Schiffe in den Häfen von Dubai, Abu Dhabi und Doha. An Bord befinden sich mehrere Tausend Urlauber, viele von ihnen aus Deutschland.
Außendecks wurden gesperrt
Mein Schiff 4 liegt aktuell in Abu Dhabi, Mein Schiff 5 in Doha in Katar. Beide Schiffe der Reederei TUI Cruises befanden sich während der ersten Angriffswellen in den Häfen der Region. Nach einem Bericht der "Kieler Nachrichten" erhielten Passagiere Notfallwarnungen auf ihre Mobiltelefone. Die Crew forderte die Gäste auf, umgehend an Bord zurückzukehren.
Landausflüge wurden abgebrochen oder gar nicht erst begonnen, die Außendecks blieben gesperrt. Passagiere sollten sich im Inneren der Schiffe aufhalten und Fenster meiden. Schäden wurden bislang nicht gemeldet.
Für Sonntag waren reguläre Gästewechsel geplant. In Katar sollten mehr als 2.000 Passagiere von Bord gehen, neue Reisende – viele aus Deutschland – anreisen. Auch in Dubai war für „Mein Schiff 4“ ein Wechsel vorgesehen. Ob diese Abläufe stattfinden können, ist angesichts der angespannten Sicherheitslage unklar.
Können Gäste ausgeflogen werden?
Mehrere Staaten der Region sperrten ihre Lufträume. Nach Informationen aus deutschen Flughäfen starteten Maschinen mit Kreuzfahrtgästen teilweise gar nicht erst oder kehrten um. TUI Cruises erklärte, man prüfe gemeinsam mit Airline-Partnern die Auswirkungen auf An- und Abreisen. Gäste mit individuell gebuchten Flügen sollen sich direkt an ihre Fluggesellschaft wenden.
Auch MSC Euribia von MSC Cruises liegt Berichten zufolge im Hafen von Dubai. Touristen berichteten dort am Samstag von hörbarer Raketenabwehr. MSC sagte die für den 1. März geplante Kreuzfahrt ab Doha kurzfristig ab und verwies in einer Mitteilung an Gäste auf die „aktuelle geopolitische Lage“ sowie die Luftraumsperrungen.
Das Auswärtiges Amt warnt vor einer äußerst volatilen Sicherheitslage in der gesamten Region. Weitere Angriffe auf Ziele im Nahen Osten können nicht ausgeschlossen werden. Reisende sollen Anweisungen der Behörden befolgen und sich regelmäßig über die aktuelle Entwicklung informieren.



























