Der entspannte Sommer hat seine Reize, der stürmische Herbst, klar, aber der Winter – gerade an der Nordsee – ist ideal für Fans der See. Warum? Klarer und ehrlicher geht es nicht. Einsamkeit. Weite. Keine Menschenmassen. Nur Wind, Licht, Salz und Meer.
Nordsee im Winter? Das ist Klarheit
Im Winter ist der Nordseestrand mehr als ein Ausflugsziel. Er wird zu einem Ort der Ruhe, der Stille. Er wird zu einem Ort der Klarheit. Die Weite entfaltet sich ohne Ablenkung. Die Gedanken sortieren sich im Rhythmus der Wellen. Der Wind weht den Nebel aus Kopf. So empfinden wir das immer wieder, wenn wir über die Düne an den Strand spazieren. Klarheit, darum geht es. Weg von der Dauerbeschallung. Weg von den Trumps, den AfD-Nachrichten, all dem Lärm.
Im Winter sind die Farben reduziert. Das Licht wirkt bisweilen neblig, wie durch einen Filter - und genau darin liegt die Schönheit. Der Winter verwandelt den Strand in einen Raum für Entschleunigung und innere Einkehr. Man läuft nicht einfach nur am Meer entlang. Man ist am Meer.
Nach einem langen, frischen Strandspaziergang erreicht man einen besonderen Moment: Leichte Erschöpfung, schwere Beine. Der Wind hat die Haare zerzaust, tausend kleine Nadelstiche im Gesicht. Und dann öffnet sich die Tür einer Strandbar. Es ist die ultimative Belohnung, die den Tag perfekt macht.
Das macht die perfekte Strandbar aus
Ein Ort, der diesen Moment besonders schön macht, ist das Samoa Seepferdchen in Rantum auf Sylt. Eingebettet in die Dünen liegt dieser besondere Ort. Ganzjährig geöffnet bietet das Samoa – auch in der Winterzeit – eine gemütliche Mischung aus regionaler, mediterraner und internationaler Küche. Von dort haben wir Euch einen besonderen Gin mitgebracht. (Schaut HIER.)
Wenn es um die Strandbar geht, werden wir spießig. Das alte „Badhuys“ auf der niederländischen Insel Vlieland wurde unser zweites Wohnzimmer. Auszug aus dem Kleinen Buch vom Meer: Inseln, in denen ich beschreibe, was es ausmachte:
Wenn es stürmisch war, schob der Wind den Sand manchmal vor die Fenster. Es gab nichts Besseres, als mit einer Tasse Kaffee oder einem Heineken an der Fensterscheibe zu sitzen, während der Wind durch die Ritzen pfiff. Oder die Beine an den Kamin zu halten Ich schreibe in der Vergangenheitsform. Das alte "Badhuys" war wie eine Blaupause für die perfekte Strandbar.
Klein, gemütlich, ursprünglich.
Es wurde leider ersetzt durch einen mehrfach größeren Neubau, den man an gleicher Stelle auf Stelzen setzte. Vermutlich war es nötig, wegen der Stürme, die der Bar zugesetzt hatten im Laufe vieler Jahre, das mag sein. Wirtschaftlich macht es für die Betreiber sicherlich auch mehr Sinn. Doch die Seele ging mit dem Abriss verloren, auch wenn es heute moderne Feuerstellen gibt, einen noch professionelleren Service und lederbezogene Sitzmulden.
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Noch so ein Inselding: Man wird, was die eigene Insel angeht, so konservativ bis ins Mark. Man möchte nicht, dass sich auf der Lieblingsinsel irgendetwas ändert; alles soll bitte immer so bleiben, wie man es beim letzten Besuch vorfand.
Was unveränderlich ist und immer so sein wird, das sind der Strand und die Weite. Das ist der Wind über den Dünen, die abends in der Sonne glühen. Das ist die Überfahrt mit dem Abendboot, das letzte Bier im Bistro an der Doorpstraat oder das Feuer des Leuchtturms in der Dämmerung. Das ist das Gefühl, irgendwie nach Hause zu kommen.
Während ich das schreibe, möchte ich schon wieder hin.




























